Wienerwürstelkomplott
Dienstagabend, Mai, Wien bei Nacht
Ein Mann fällt – und keiner hat’s gedacht
Käsekrainer auf dem Pflaster, halb gegessen, kalt
Manchmal stirbt man leise – und manchmal stirbt man falsch
Er kam von weit her, Minneapolis, neun Stunden Flug
Hotel Sacher, erste Nacht, alles sah so gut aus genug
Kärntner Straße, Lichter flimmern, Oper in der Luft
Ein Reiseführer sagt ihm: „Hier beginnt der Wiener Duft“
Albertinaplatz, ein Stand, scharfer Senf, ein kurzer Blick
Zwanzig Minuten später liegt er da – kein Weg zurück
Augen offen, grau das Gesicht, die Stadt schaut weg
Und die Wurst daneben schweigt wie ein perfekter Zweck
Kein Zufall, sagt einer, leise in den Rauch hinein
Manchmal ist die Wahrheit kleiner – als sie scheint zu sein
Wien bei Nacht, und die Wahrheit brennt
Zwischen Rauch und Lügen, die keiner kennt
Eine Spur aus Gift, eine Stadt im Wahn
Und ein Kommissar, der nicht vergessen kann
Wien bei Nacht, alles dreht sich schnell
Was wie Zufall wirkt, ist selten hell
Wenn die Schatten fallen, bleibt nur Licht
Und die Wahrheit – sie vergisst dich nicht
Zeitungen schreien laut: „Todeswurst!“ in jeder Hand
Panik wächst wie Feuer über dieses alte Land
Methomyl im Fleisch, tödlich, schnell und klar
Doch die Antwort wirkt zu einfach – fast schon wunderbar
Pfeiffer heißt der Name, akribisch, kalt und leer
Ein Mann, den keiner mochte, der zu genau sah, mehr
Gift in seiner Wohnung, kein Alibi zur Nacht
Ein Täter wie gemalt – zu perfekt gemacht
Wenn alles passt, zu sauber, zu glatt
Dann ist es meistens nicht die Wahrheit, die man hat
Wien bei Nacht, und die Wahrheit brennt
Zwischen Rauch und Lügen, die keiner kennt
Eine Spur aus Gift, eine Stadt im Wahn
Und ein Kommissar, der nicht vergessen kann
Hotelzimmer, leise Stimmen, schwarzes Kleid im Licht
Tränen auf den Händen – doch eine Frage fehlt hier nicht
Kein Wort vom Ring, kein Wort vom Rest
Und genau darin liegt das, was dich nie mehr loslässt
Vier Millionen Dollar, ein Plan, so kühl gedacht
Drei Tage früher da – und niemand hat’s bemerkt
Eine Wurst getauscht, ein Zettel für die Angst
Aus einem Mord wird Terror, damit du nichts mehr erkennst
Man sucht den Schuldigen dort, wo er laut erscheint
Doch die Wahrheit lebt im Detail, das keiner meint
Nicht das, was gesagt wird – sondern das, was fehlt
Ist das, was am Ende die Geschichte erzählt
Wien bei Nacht, und die Wahrheit fällt
Wie ein leiser Schatten auf diese Welt
Kein Zufall hier, kein zweiter Versuch
Nur ein kalter Plan – und ein letzter Zug
Wien bei Nacht, alles geht vorbei
Die Stadt vergisst – doch einer bleibt frei
Zwischen Rauch und Kaffee, still und schlicht
Vergisst Brenner – vergisst er nicht
Die Stände stehen wieder, der Senf ist scharf
Die Leute essen weiter – wie man es eben darf
Doch irgendwo im Rauch, ganz leise und schlicht
Liegt eine Wahrheit – die vergisst dich nicht
S.
Song: https://www.ganjingworld.com/s/B8bo8wD3Aj