Lyrik: Über das Denken

Über das Denken

„Habe Mut,
dich deines eigenen Verstandes
zu bedienen.“

Lang, lang ist es her,
da waren Gedanken noch eigen.
Heute fällt das Denken schwer,
weil fremde Stimmen niemals schweigen.

Fremde Saat,
Wort für Wort,
steckt tief in unserem Denkapparat.
Was gestern noch als Frage galt,
wird heute schon zur Wahrheit erklärt.

Wer lenkt den Blick?
Wer wählt die Bilder?
Wer spricht in mir,
wenn ich etwas sage?

Ist es mein Gedanke,
ist es mein Gesicht –
oder nur ein fremdes Licht?

Habe Mut zu denken,
dich selbst durch dein Leben zu lenken.
Habe Mut zu fragen,
auch wenn andere die Antwort schon sagen.

Habe Mut zu sehen,
nicht mit jeder Menge mitzugehen.
Denn Freiheit fängt dort an,
wo der Mensch noch selber denken kann.

„Freude, schöner Götterfunken“ –
doch der Blick fällt in die Timeline.
Wie tief ist diese Welt versunken
zwischen Hass und falschem Schein?

Die sogenannten sozialen Medien
machen einsam und betrunken.
Wir ertrinken in den Bildern
und halten uns dabei für frei.

Jeder ruft,
doch keiner hört.
Jeder glaubt,
was ihn nicht stört.

Wer gibt uns vor,
was gut und böse,
was richtig und was falsch sein soll?

Und wenn das Echo lauter wird,
wer hört dann noch
den eigenen Ton?

Habe Mut zu denken,
dich selbst durch dein Leben zu lenken.
Habe Mut zu fragen,
auch wenn andere die Antwort schon sagen.

Habe Mut zu sehen,
nicht mit jeder Menge mitzugehen.
Denn Freiheit fängt dort an,
wo der Mensch noch selber denken kann.

Es gut zu meinen,
heißt nicht immer, gut zu handeln.
Wer das Böse nur verneint,
kann es dennoch still verwandeln.

Doch was ist gut
und was ist schlecht?
Wer spricht das Urteil,
wer bekommt am Ende recht?

Fremde Gedanken,
fremdes Geflecht –
und plötzlich rächt sich
die verschwiegene Wahrheit.

Aletheia –
das Verborgene tritt hervor.
Schicht für Schicht
öffnet sich ein neues Tor.

Aufgebrochen wird das Geflecht,
das uns die klare Sicht versperrt.
Wahrheit ist nicht nur ein Wort,
sie beginnt, wo man sich selber hört.

Habe Mut zu denken,
auch den Zweifel nicht zu verdrängen.
Habe Mut zu irren,
und dich nicht im Lärm zu verlieren.

Habe Mut zu denken,
dich selbst durch dein Leben zu lenken.
Habe Mut zu fragen,
auch wenn andere die Antwort schon sagen.

Habe Mut zu sehen,
neue, eigene Wege zu gehen.
Denn Freiheit fängt dort an,
wo der Mensch noch selber denken kann.

Habe Mut zu denken,
lass dir deinen Geist nicht nehmen.
Wahres Denken ist nicht schlecht –
es macht den Menschen frei und echt.

Lang, lang schien es her –
doch eigene Gedanken
wiegen niemals schwer.

„Habe Mut.“

S.

Song: https://www.ganjingworld.com/s/JmR9QzQ86W

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