Lyrik: Die Sprechpuppen

Die Sprechpuppen

Es schaut in die Runde,
mit leerem Gesicht.
Ein Lächeln wie Maske,
doch dahinter ist nichts.

Abgeschirmt von den Menschen,
in seinem eigenen Kreis,
spricht er zu den Klatschkumpanen,
die längst schon wissen, was er weiß.

Das Leben dort draußen
bleibt ihm seltsam und fremd.
Er sieht, doch erkennt nichts,
weil er die Menschen nicht kennt.

Er hört keine Stimmen,
nur das eigene Echo im Saal.
Eine Sprechpuppe ohne Seele,
wiederholt jedes Signal.

Die Fäden sind gerissen,
doch die Puppen laufen weiter.
Kopflos durch die Straßen,
immer lauter, niemals weiser.

Sie reden vom Feind im Osten,
damit niemand nach innen sieht.
Feinde unter uns,
während das eigene Haus zerbricht.

Ein Volk verraten,
ein Land verliert den Verstand.
Eine Führung ohne Richtung,
mit dem Rücken an der Wand.

Sie zeigen auf Schatten,
sie zeigen weit hinaus,
doch keiner wagt zu fragen,
wer zerstörte dieses Haus.

Die Worte werden größer,
die Gedanken immer klein.
Wer nur Schuldige erfindet,
muss niemals schuldig sein.

Und irgendwo im Dunkeln
bewegte eine Hand
jahrelang die dünnen Fäden
über Köpfen, Volk und Land.

Doch plötzlich fällt der Vorhang.
Der Puppenspieler schweigt.
Kein Zeichen mehr von oben,
das ihnen Wege zeigt.

Die Fäden sind gerissen,
und die Puppen laufen weiter.
Kopflos durch die Straßen,
immer lauter, niemals weiser.

Keine Richtung, keine Antwort,
nur Parolen im Gesicht.
Gestern sprachen sie mit Sicherheit,
heute wissen sie es nicht.

Ein Volk verraten,
ein Land am Rand der Nacht.
Eine Führung ohne Sinn,
die über Trümmern Wache hält.

Ende im Land.

Stille.

Dann fällt
der letzte Vorhang.

Doch jedes Ende trägt
den ersten Atem
eines Anfangs.

Schwere Zeiten werden kommen,
schwere Wege liegen vor uns.
Was zerbrochen ist, bleibt sichtbar,
was verschwunden ist, bleibt Wunde.

Doch wenn die alten Fäden reißen
und kein Schatten mehr befiehlt,
muss der Mensch erneut entscheiden,
welchem Weg er folgen will.

Die Puppen taumeln durch die Räume,
ideenlos und ohne Plan.
Doch hinter ihnen öffnet langsam
ein neuer Morgen seine Bahn.

Die Fäden sind gerissen.
Der Puppenspieler ist fort.

Die Stimmen werden leiser.
Die Wahrheit sucht ihr Wort.

Aus dem Ende wächst ein Anfang,
aus der Nacht vielleicht ein Licht.

Denn ein Land gehört den Menschen.

Nicht den Puppen.

Nicht dem Schatten.

Nicht.

S.

Song: https://www.ganjingworld.com/s/XNV4jaMnMk