Die verbotene Frage
Ein Wort nur fehlt dir.
Ein Name nur.
Ein Schatten liegt
auf seiner Spur.
Du liebst sein Licht,
doch kennst ihn nicht.
Was bleibt von Liebe,
wenn Wahrheit bricht?
Schweig!
Mein Herz hat ihn erkannt.
Mein Glaube hielt
an seiner Hand.
Doch tief in mir
beginnt ein Klang,
erst kaum gehört,
nun schwer und bang.
Frag ihn.
Nein.
Frag.
Nein!
Was fürchtest du?
Dass Wahrheit fällt?
Dass sich dein Traum
als Schatten stellt?
Warum schweigt sein Name?
Warum sein Land?
Warum hält er
mich fern am Rand?
Ich schwor Vertrauen.
Ich schwor es rein.
Doch darf Liebe
ohne Wissen sein?
Elsa.
Was trübt dein Herz?
Nichts.
Dein Blick spricht anders.
Bleib bei mir.
Nur heute Nacht.
Ich bleibe,
solang dein Glaube wacht.
Dann sag mir…
Elsa.
…wer du bist.
Du sprachst die Frage.
Vergib!
Du sprachst sie aus.
Aus Liebe!
Aus Zweifel.
Aus Angst!
Und Angst
zerschlug den Bund.
Die Frage fiel!
Der Schwur zerbrach!
Was heilig stand,
sinkt in die Nacht!
Nun ist die Stunde!
Zurück!
O Gott…
Nun muss die Wahrheit
vor allen stehen.
Was verborgen blieb,
soll jeder sehen.
Sprich!
Wer bist du?
Woher kamst du?
In fernem Land,
wo reine Hallen
vom lichten Berge niederstrahlen,
wo Menschen nicht
nach Macht verlangen,
wo Wahrheit lebt
in heiligem Sang,
steht eine Burg,
dem Gral geweiht.
Dort dient mein Herz
seit langer Zeit.
Mein Vater wacht
im stillen Licht.
Und Lohengrin…
so heiß ich.
Lohengrin…
Ich kam zu dir,
weil Not mich rief.
Ich blieb bei dir,
weil Liebe schlief
in deinem Herz.
Doch wer mich fragt,
wer mich erkennt,
zerreißt den Weg,
der Himmel trennt.
Dann nimm mein Wort zurück!
Ich will nicht wissen!
Ich will nur dich!
Zu spät.
Nein!
Das Wort ist gesprochen.
Dann nimm mich mit!
Du kannst mir nicht folgen.
Dann bleibt mir nichts.
Dir bleibt Erinnerung.
Erinnerung ist keine Hand.
Erinnerung hält niemand fest.
Ich wollte Mensch
an deiner Seite sein.
Doch mein Geheimnis
war nicht mein allein.
Was zwischen Welten
Brücken schlägt,
zerbricht,
wenn Zweifel daran sägt.
Am Strom erscheint
der weiße Schwan.
Der Weg zurück
hebt wieder an.
Bleib!
Ich kann nicht.
Bleib!
Ich darf nicht.
Lohengrin!
Leb wohl.
Was ist ein Name
gegen ein Herz?
Was ist Erkenntnis
gegen Schmerz?
Warum verlangt
die Liebe Schweigen?
Warum muss Wahrheit
Abschied zeigen?
Weil nicht jede Wahrheit
für Besitz bestimmt.
Weil manches Licht
im Fragen verglimmt.
Er steigt zum Strom.
Das Licht wird weit.
Der Morgen trägt
die Ewigkeit.
Ich sah dich zuerst
in einem Traum.
Nun gehst du zurück
in jenen Raum.
Vergiss mich nicht.
Nie.
Doch halte mich nicht.
Nie.
Der Schwan zieht fort.
Der Nebel fällt.
Ein Name bleibt
zurück der Welt.
Ein Schwur zerbrach,
ein Herz blieb rein.
Doch Liebe kann
nicht Wissen sein.
Ich fragte…
und verlor dich.
Du liebtest…
und verlorst den Glauben.
Was Licht begann,
endet im Grau.
Was Traum einst war,
wird Morgentau.
Der Strom trägt fort,
was keiner hält.
Ein fremder Ritter
verlässt die Welt.
Lohengrin…
S.
Song: https://www.ganjingworld.com/s/OnZk7l6bE2