in einer welt,
in der lyrik nichts mehr vermag,
nichts mehr kann,
als nur gelesen zu werden.
gelesen zu werden, ist schon
viel, und vielleicht kann
und darf man auch nicht mehr erwarten.
aber es muss doch ein verständnis
für die zeit,
für die dringlichkeit bestehen – vergehen?
oder sind wir verloren im digitalen raum,
ohne dass wir es bemerkt haben?
viele laufen,
wie paralysiert,
auf das handy blickend,
über die straße.
meine wege kreuzten sich oft,
viele male musste ich bremsen,
vom rad absteigen,
sonst wäre ich kollidiert
mit einer parallelwelt.
wo sind wir hin?
schreiben kann ich nur noch digital,
alles muss raus,
online, sofort.
nach zehn sekunden sind die zeilen schon verstaubt,
vergessen.
bücher lesen,
ein vintage-gefühl.
die jüngeren sind digital.
wir leben im digitalen hamsterrad.
es gibt bestrebungen,
es gibt bewegungen,
es gibt gedanken,
die nicht mehr ins digitale dürfen.
die pioniere des internets,
die mit dem gedanken
von einem freien netz,
für jedermann,
für das verbinden von menschen
und gedanken – sind gecancelt.
es wird enger,
das netz wird überwacht.
gedanken sind gefangen
in der schnittmenge des gewünschten und …
regierungen mögen keine kritik.
menschen mögen keine kritik.
aber wir müssen offen reden,
was falsch läuft.
vieles läuft falsch.
kriege werden nicht beendet,
obwohl seit monaten, jahren
davon gesprochen wird.
es wird aufgerüstet.
der krieg im digitalen,
wird er zum realen?
in dieser welt?
morgen?
übermorgen?
sorgen im digitalen,
der mechanismus,
den wir selbst gewählt haben.
s.