Gedankenechos über: Erich Kästner, Das Blaue Buch – Geheimes Kriegstagebuch 1941 – 1945 – 21.1.41

21.1.41 (Erich Kästner – Das Blaue Buch – Geheimes Kriegstagebuch 1941 – 1945)

“Unpolitische Idealisten, wie ich einer war, erleben wohl immer das Gleiche: Eines Tages verachten sie die Menge, aber doch eben nur, weil sie die Menge vorher überschätzten. Und trotzdem: Sie schließlich zu verachten erscheint mir immer noch als eine erträgliche Lösung, als etwa den Satz zu sprechen: ‘Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.’ Dass sie es nicht wissen; dass sie es noch immer nicht wissen, ist unverzeihlich. Man schämt sich, im Namen aller, vor der Geschichte.”

M. N. liest, denkt und versteht, dass sich nicht nur die Mode in einem Kreislauf befindet. Wie gern’ würd’ man die richtigen Worte in der großen Ursuppe aus all dem bereits Geschriebenen und Gesagten herausfischen; gleich der kindlichen Suche nach Wörtern in der von der Mutter mit sehr viel Liebe gekochten Buchstabensuppe; die Liebe von einer Mutter zu ihrem Kinde ist mit nichts auf dieser Welt vergleichbar und einzigartig, sie gleicht einem wohligen Geborgensein, das man als Erwachsener in der Kühle des gesellschaftlichen Miteinanders niemals zu finden vermag, auch anderenorts wird man schwer fündig werden können: Fehlt in der Kindheit die Mutterliebe, wird die Gesellschaft abgekühlt und es folgt: Eine neue Eiszeit!

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