Der lachende Pessimist

Der lachende Pessimist

Ein Vers bleibt stehen, wenn der Mensch vergeht,
ein Lachen, das durch dunkle Zeiten weht.
Ein Name fällt – doch kaum erkannt,
ein Leben still im Schattenland.

„Vater werden ist nicht schwer“ –
die Welt zitiert und weiß nicht mehr,
dass hinter jedem leichten Reim
ein schweres Herz im Stillen weint.

Ein Mann, der nie ein Vater war,
der fern blieb allem, was ihm nah,
verbrannte Bilder, die er schuf,
weil keiner seinem Maßstab rief.

Er sah die Welt mit klarem Blick,
kein Trost, kein Weg, kein leichtes Glück.
Ein Lachen, scharf wie kaltes Licht –
man spürt es, doch man sieht es nicht.

Der lachende Pessimist,
der weiß, wie tief der Abgrund ist.
Er lacht, wo andre schweigen,
lässt Wahrheit sich nicht zeigen.
Zwischen Spott und Ernst gefangen,
hat er die Welt beim Wort genommen.

Max und Moritz – Kinderstreich,
doch hinter ihnen lauert gleich
die Härte einer ganzen Welt,
die richtet, straft und sich verstellt.

Die Moral kommt nie als Held,
nur als Urteil, kalt gefällt.
Und was wie Spiel und Scherz erscheint,
ist oft nur das, was keiner meint.

Ein Dorf, ein Blick, ein leiser Hohn,
die Menschen tragen Masken schon.
Er zeigt sie, ohne laut zu sein –
und trifft sie doch bis ins Gebein.

Der lachende Pessimist,
der weiß, wie tief der Abgrund ist.
Er lacht, wo andre schweigen,
lässt Wahrheit sich nicht zeigen.
Zwischen Spott und Ernst gefangen,
hat er die Welt beim Wort genommen.

Im Schatten Schopenhauers Geist,
der sagt, dass alles Leiden heißt,
kein Ausgang aus dem Labyrinth,
nur Türen, die verschlossen sind.

Und irgendwo im kleinen Raum
zerfällt ein unerfüllter Traum –
ein Maler, den die Welt nicht sieht,
ein Dichter, der im Lachen flieht.

Er zieht sich still ins Dorf zurück,
vermeidet Lärm, vermeidet Glück,
die Welt zu laut, zu falsch, zu nah –
doch sieht er sie doch klarer da.

Die Spießer, Frömmler, Macht und Schein,
sie tragen heut nur andre Kleid’n.
Die Bühne wechselt, doch das Spiel
bleibt gleich in jedem Profil.

Der lachende Pessimist,
der weiß, wie tief der Abgrund ist.
Er lacht, wo andre schweigen,
lässt Wahrheit sich nicht zeigen.
Zwischen Spott und Ernst gefangen,
hat er die Welt beim Wort genommen.

Und irgendwo, im fernen Licht,
hört er das Lachen – fürchtet sich nicht.
Denn wer die Welt so klar erkennt,
hat längst den Ernst beim Namen genannt.

S.

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