Kaiserschmarrn-Kartell
In da Großküch’n liegt a Mann im Mehl,
Puderzucker, Blut und a bissl zu vü G’fühl.
Der Mantler, der Kaiser vom Schmarrn,
liegt still zwischen Säcken – und koan Mensch fragt warum.
Die Neonröhren summ’n wia a Lied ohne Herz,
Wien riecht nach Vanille und a bisserl nach Schmerz.
Und der junge Inspektor steht bleich in da Tür:
„Heast Wachter… des wird ka normaler Mord hier.“
Des is ka Schmarrn, des is a Kartell,
Wiener Küche, aber mörderisch schnell.
Zwischen Zucker und Blut, zwischen Pfanne und Geld
spielt jemand Schach mit da halben Welt.
Und irgendwo lacht ana leise im Rauch,
im Hinterzimmer vom Wirtshausbrauch.
Weil in Wien – des weißt genau –
is der Schmarrn manchmal tödlich genau.
In Liesing wohnt ana, der alles schon sah,
Brenner heißt er, war früher der Star.
Mit Zigrett’n im Mund und an Spritzer im Glas
sieht er Dinge, die sonst kana sah.
Sechsundvierzig Morde hat er gelöst,
doch seit Margit tot is, hat er sich selbst erlöst.
Von da Welt, von da Jagd, von dem ganzen Theater –
doch jetzt klopft wieder Mord an sein Fenster, ganz later.
Des is ka Schmarrn, des is a Kartell,
Wiener Küche, aber mörderisch schnell.
Zwischen Zucker und Blut, zwischen Pfanne und Geld
spielt jemand Schach mit da halben Welt.
Und irgendwo lacht ana leise im Rauch,
im Hinterzimmer vom Wirtshausbrauch.
Weil in Wien – des weißt genau –
is der Schmarrn manchmal tödlich genau.
Seidl, der Anwalt, geschniegelt und glatt,
zieht Fäden im Hintergrund, glaubt er hat’s satt.
Doch irgendwo schaut ana still über’s Glas
und denkt sich: „Des Spiel kenn i besser als das.“
Am End bleibt a Zeitung auf Tisch Nummer drei,
und der Brenner liest still – und plötzlich wird’s frei.
Hilde Novak steht drauf, neue Chefin im Spiel,
und er merkt: sie war’s immer – mit Geduld und mit Stil.
Sie polierte die Gläser und wartete nur,
bis die Männer sich selber verlaufen im Flur.
Und der Brenner sitzt da, lacht heiser und rau:
„In Wien, mein Freund… san die G’schichten genau.“
Des war ka Schmarrn, des war a Kartell,
Wiener Küche – aber mörderisch schnell.
Zwischen Zucker und Blut, zwischen Pfanne und Geld
hat a Frau ganz allein neu verteilt diese Welt.
Und irgendwo klingt noch a Lachen im Rauch,
im alten Lokal vom Wirtshausbrauch.
Weil in Wien – des lernst genau –
is der Schmarrn manchmal tödlich genau.
Und der Brenner bestellt noch an letzten Spritzer –
weil Wahrheit schmeckt bitter…
und Wien bleibt a Krimi.
S.
Song: