Zeitzeichen: Analog im digitalen Rahmen

Analog im digitalen Rahmen. Was ist geschehen? Kunst ist ein dehnbarer Begriff u. der Spielraum für Interpretationen ist rel. groß. Kunst entsteht auch – manchmal – spontan u. es liegt oft an der Mischung von unterschiedlichen Parametern u. Gegenständen, die Alltäglichkeiten zu etwas höherem transformieren. Im Atelier H11 in Kronach fanden diese ParaMeter zueinander u. ließen dieses analoge Werk im digitalen Rahmen entstehen. Schwarzer Stuhl mit Text in weiß: weiss lädt zum Nachdenken ein. Der Dualismus in dieser Welt mag verschwinden, um das Geistige dem Profanen mehr Platz einzuräumen. Dem Stuhl mag man nicht sagen müssen, dass er schwarz ist, vielmehr wir der Betrachter durch den Text: weiss irritiert, so dass im »Normalfall« durch diese Irritation ein Konflikt entsteht, der die Betrachter herausreißt aus den profanen Zyklen des Alltäglichen.

So könnte man es versuchen auszudrücken. Bei mir war es so: Ich sah den Stuhl, der sich im Atelier in einem anderen – neu renovierten – Raum befand. Dann sah ich den Raum, wo ich diese Sofortbildaufnahme erstellte u. ich wusste, dass ich diesen Stuhl nur so, wie hier abgebildet, festhalten kann. Denn diese Aufnahme wird in mein Skizzenbuch geklebt werden und ein analoger Text wird diese analoge Aufnahme »framen«. Das ist dann mein Erinnerungsanker an diesen Tag an diese Begegnung. Übrigens, einer der Hauptgründe für den Kauf dieser Sofortbildkamera war der oben beschriebene Fall: Skizzenbucheintrag + Text = mein analoges Kunst- u. Textarchiv für Lyrik, Text, Photo u. Gemälde – Ideen.
Jedoch stimmt mich die derzeitige Lage so nachdenklich, wie nie zuvor; denn als Denker u. Dichter ist man besonders in dieser Zeit ständig auf Empfang u. die Inputs für Werke gleichen einem Sperrfeuer mit offenem Ende. Dualismus, Dialektik, Diskurse, Deutungen, Deutlichsein, Denker, Dichter – all dies hat sehr viel mit unserem Dasein zu tun; ich bin gespannt, wie wir mit diesen Herausforderungen umgehen werden, wie wir die zukünftigen Diskurse führen werden – ich sehe das nicht unkritisch, aber immer noch hoffnungsvoll.

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