Der Freytag: Freitag der 13. – Paraskavedekatriaphobie oder Triskaidekaphobie?

Phobien sind Ängste im Allgemeinen. Paraskavedekatriaphobie nennt sich die Angst vor Freitag, den 13. und Triskaidekaphobie heißt die Angst vor der Zahl 13. Freitag der 13. nennt sich auch ein Film, der 1980 erschien. Ein paar Jahre später sah ich ihn auf dem Kindergeburtstag eines Freundes. In den Folgenächten schlief ich nur sehr schlecht ein – ich hatte Angst – im Alter von 10 Jahren sind die Grenzen zwischen Realität und Fiktion noch verwischter (der Film war FSK 18 eingestuft). Eine Phobie hat sich daraus – Gott sei Dank – nicht entwickelt.

Paraskavedekatriaphobiker sind mindestens ein Mal und maximal drei Mal im Jahr ihrer Angst ausgesetzt. Denn genau so häufig treffen die Dreizehn und ein Freitag in einem Kalenderjahr aufeinander. Doch wie heißt es im Volksmund so schön: andere Länder, andere Sitten. In Griechenland und in vielen spanischsprachigen Regionen gilt Dienstag der 13. als ein Unglückstag. Und wer als Paraskavedekatriaphobiker in Italien lebt, der schwitzt und fürchtet sich vor dem Freitag, den 17. Genau entgegengesetzt ist es bei den Japanern. Für sie ist die Dreizehn eine Glückszahl. Jedoch fürchten sie und alle Chinesen sich vor der Zahl Vier. Ausgesprochen klingt sie ähnlich dem Wort für Tod. Daher sind in Chinas Fahrstühlen nur sehr selten Knöpfe für den 4. Stock zu finden. Apropos China. Im Reich der Mitte gilt die Farbe Rot als Glücksfarbe; sie steht für Freude und alles Positive. Beim chinesischen Neujahrsfest ist alles rot. Da wir gerade bei den Farben sind. In Südamerika bringt es Glück, wenn man am Silvesterabend gelbe Unterwäsche trägt.

Zahlen, Farben, der Stoff für Aberglaube ist vielfältig, die Liste kann beliebig erweitert werden – alles eine Frage des Glaubens. So weit ich weiß, gibt es noch keine aussagekräftigen Studien darüber, welche Zahl mehr und welche weniger Glück bringt. »Wer nichts weiß, muss alles glauben«1Marie Freifrau Ebner von Eschenbach, österreichische Erzählerin Am Anfang steht immer der Glaube. Manchmal wird der Glaube zu Wissen.

Es gibt viele Treiber für Ängste. Horrorfilme zum Beispiel, wie die oben genannten. Nachrichten, wenn die notwendige emotionale Distanz fehlt. In der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart sind zwei große Themen sehr präsent. Beide werden sehr stark emotionalisiert kommuniziert. Es wird mit der größten Angst des Menschen »gespielt«: Die Angst vor dem Tod. Leben ist endlich. Mit der Geburt existiert zugleich auch der Tod – er ist dem Leben immanent. Wohl dem, der einen Glauben besitzt. Glaube wirkt der Angst vor dem Tod entgegen; Glaube bestärkt und gibt Hoffnung. Ich ende mit einem Zitat.

»Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, wie heutzutage manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen.«2Prof. Dr. Max Planck, Physiker, Begründer der Quantentheorie

S.

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    Marie Freifrau Ebner von Eschenbach, österreichische Erzählerin
  • 2
    Prof. Dr. Max Planck, Physiker, Begründer der Quantentheorie
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