Ein Brief: H.

Servus H.,

Menschenskinder, wie die Zeit vergeht! Als wir uns das letzte Mal begegnet sind, fanden wir nicht viel Zeit, uns zu unterhalten. Vielmehr hast Du mich gleich in Dein Vorhaben mit hineingezogen, als sei es das normalste von der Welt und wir waren im Schloss auf der Suche nach A. Viele Stufen mussten wir nach oben in die höheren Stockwerke, im schnellen Schritt, Du vorauseilend, ich folgte Dir im ebenfalls schnellen Schritt. Ich hatte ja A. jetzt selbst auch schon mehrmals getroffen, weiß immer noch nicht so recht, was ich von ihr halten soll, aber ich glaube, sie hat sich verändert, wahrscheinlich mehr zum Schlechten hin, aber bei ihrer Vorgeschichte, wundert mich das jetzt nicht. „Ein Brief: H.“ weiterlesen

Buch des Tages

Das Blaue Buch – Geheimes Kriegstagebuch 1941 – 1945 von Erich Kästner.

Lesen bildet den Geist; der Geist ist unser Kapital; für die Freiheit von Wort u. Schrift – Zeiten von Bücherverbrennungen (u. wenn diese „nur“ von rhetorischer Natur sind), dürfen nie wieder geschehen.

Als dieses Buch entstand, wurde es im Verborgenen geschrieben, denn er durfte nicht mehr publizieren, die Nazis hatten seine Bücher verbrannt: er war somit verboten. Kästner lebte trotzdem in Deutschland weiter, erlebte den Aufstieg u. den Untergang des Dritten Reiches hautnah mit. „Buch des Tages“ weiterlesen

Gedankenechos

Noch nie war das Schweigen so laut. 2020 stellt Weichen; am Fundament wird gegraben. Welche Werte-Steine gesetzt werden, ist noch offen. Meinungsfreiheit, Menschenrechte wären gute Grundsteine. Noch stehen Platzhalter auf diesen tragenden Steinen; es entscheidet sich viel zurzeit.

Caledonia

Als ich Schottland sah, da wusste ich sofort,
dies ist ein ganz besonderer und ein heiliger Ort.

Viele Male ich durch dessen karge Täler schritt.
Kummer im Herzen und unsagbare Schmerzen ich erlitt.

Die Einfachheit und Schönheit dieser einzigartigen Natur.
Spürt und fühlt dort – im tiefsten Herzen – jede Kreatur.

Manche Dinge erkennt man erst auf dem zweiten Blick.
Vielleicht ist dies – Gottes – ganz besonderer Trick.

Man muss nur mit offenen Augen die Dinge sehen.
Alles wird deutlich, und man kann nur noch verstehen.

Auszug aus: Eine kurze Geschichte zur Unzeit

Man regiert nicht über ein Land, man hat es immer mit Menschen zu tun; man übernimmt Verantwortung für das Land und schützt seine Menschen. Es sind nicht Texte und Gesetze, die die Richtung weisen, es ist das Herz der Mitmenschlichkeit, das uns die Richtung vorgibt. Niemals ist es ein Mensch, es ist die Moral und das Gebot Gottes, das uns verpflichtet. Keine Ideologie kann höher sein als das Wort „Auszug aus: Eine kurze Geschichte zur Unzeit“ weiterlesen

Tugendland

Tugendland, du Zahlmeister der Nationen.
Beschossen und geschossen aus allen Kanonen.

Tugendland, deine Herren sind dir fremd.
In die Taschen gegriffen, nun beim letzten Hemd.

Tugendland, rot, wohin man blickt.
Der Glaube ist mit der Ideologie zu sehr verstrickt.

Tugendland, wie kommst du daher in dieser Zeit.
Ein König aus dem Süden, wäre für das ganze Land bereit? „Tugendland“ weiterlesen

Musiktipp – Mozart

Der Tag beginnt mit Musik u. einer guten Tasse Kaffee. Ich bin schon lange ein Klassikfan. Hier ein Stück von Mozart, das ich sehr gern hab.
Erinnere mich gerade an meinem letzten Besuch im Salzburger Festspielhaus. Sucht mal dieses Stück bei Spotify oder YouTube, macht euch einen Kaffee, lehnt euch zurück u. genießt Mozart.

Mozart – Klaviersonate Nr. 13 B-Flat,
Kv 333: I.

Ein Brief für T.

Lieber T.,

zufällig sind wir uns nach einer Lesung von mir über den Weg gelaufen – ich glaube Du bist auch im Publikum gewesen – und wir konnten, als wir beide zu unseren Autos gingen, noch ein paar Worte miteinander wechseln; es war ganz nett und unterhaltsam und ich erinnere mich noch an dein Auto – ein Rolls-Royce Phantom. Noch dazu mit einem waschechten Chauffeur, der Dir die Tür aufhielt, als wir bei Deinem Wagen standen; es war an einem herbstlichen Abend, es dämmerte bereits und es war ein Augenblick, wie aus einem englischen Roman. Selbst der gute alte Royce trug dezente herbstliche Farben und wenn ich schätzen müsste, auch ohne Fachmann zu sein, er müsste circa Baujahr 1960 – oder noch älter – gewesen sein. Dieses schöne Stück Zeitgeschichte, dieser Moment am Rande der Stadt und dieses sich plötzlich in Szene schieben, dieses markanten und ungewöhnlichen Anblicks in Form eines Kfzs, erweckten, dann doch sehr schnell, nach der ganzen Anspannung und nachgängigen Ermattung, nach meiner Lesung, wieder meine volle Aufmerksamkeit. „Ein Brief für T.“ weiterlesen