Tagesnotiz

Sonntagsblick. Weitblick auf die Welt. Hinter den kleinen Hügeln befindet sich das Haff und hinter dem Haff die Nehrung; ich denk‘ an Ostpreußen und an viele Vorfahren; ans Sudetenland; an Pommern und ans Memelland. Ich lese im Moment das Buch »Ostpreußen ade« und schau‘ auf dem Amazon Prime Kanal »Historama« die Dokumentationen über Ostpreußen durch; seit Jahren spüre ich eine… Read more →

Der Freytag: In der Natur und mit Gedanken über Thomas Bernhard – Motorsäge gegen das Vergessen

Was bedeutet es, gegen das Vergessen anzuschreiben? Ich habe fast vergessen, wie es ist, zu schreiben, aber kann man wirklich vergessen zu schreiben? Nein; wahrscheinlich nicht. Heute schreibe ich; auch gegen das Vergessen. Halte den Moment, die Zeit, den Tag, die Woche, die Gedanken fest. Zeichne und dokumentiere. – Wer schreibt, vergisst nicht; wer schreibt, schreibt in letzter Konsequenz immer… Read more →

Der Freytag: Die Frage nach der Schönheit und ihre Bedeutung

Letzte Woche habe ich drei Vorlesungen im Rahmen der Bamberger Hegelwoche an der Uni Bamberg gehört. Es ist viel über Kant und Gadamer gesprochen worden; auch Schiller fand Erwähnung. Im Kontext und als Nachlese zu den Vorlesungen ein paar Gedanken zum Thema und diesmal im Stil eines Essays verfasst mit einem Fazit am Ende. Über die Schönheit Die Frage nach… Read more →

Der Freytag: Usedom – ein Kaffee an der Küste

Kaffeetrinken verbindet die Welt mit unserem Innersten. Still und andächtig, in Gedanken versunken, schimmert mir meine Erinnerung auf der Oberfläche der braunen Köstlichkeit über alle Zeiten hinweg ins Diesseits herüber. Das Meer lag still im Abendlicht. Die Welt schien uns wohlgesinnt. Je weiter man nach Norden kam, zur Ostsee, desto mehr verschwammen die Grenzen zwischen Realität und Poesie. Der Glanz… Read more →

Der Freytag: Die Macht der Möglichkeiten – Schreiben/Nichtschreiben

Schreiben/Nichtschreiben? – Die Macht der Möglichkeiten. Die Summe aller nicht geschriebenen Werke ist sicher deutlich höher als die Palette aller Veröffentlichungen. – Randnotiz: Das Nichtgeschriebene sind Texte, für die es nur eine Idee gab und das Niederschreiben dieser Gedanken ausblieb. Das mag jetzt Autoren und Schriftsteller motivieren: Es gibt viel, das verfasst werden kann. Ein Gedankenspiel: Da es Materie gibt,… Read more →

Der Freytag: Das Nischendasein der Worte

»Die trigonometrische Interpunktion.«, »Meine eigene Kopernikanische Wende.«, »Die Stelzenläufer durch den eigenen Schlamm.«, »Die Messer, die die Welt durchschneiden.«, »Das dichterische Sprechen entspricht dem Wandeln auf Treibsand«., »Der Trost der Worte unter dem Herzschlag gehärtet.« Fragmente, Wortmosaike, die ich aus den letzten Poetikvorlesungen an der Uni mitnahm. In diesem Sommersemester besuche ich die Vorlesungen des Lehrstuhls für Neue deutsche Literaturwissenschaften… Read more →

Der Freytag: Barfuß oder Lackschuh – warum seh’ ich überall nur noch Turnschuh?

»Alles, was ein Schriftsteller oder Dichter – vielleicht – schreibt, sollte ja Kritik sein.« (Thomas Bernhard im Interview; Thomas Bernhard – TV-Dokumente 1967-88; Link: https://www.youtube.com/watch?v=u_JmvKCvdi8). Neulich besuchte ich die Premiere von Lohengrin in Wien; Christian Thielemann dirigierte in seiner – wie von mir erwarteten – Höchstform. Lohengrin: »Nie sollst du mich befragen …« und ich sag’s trotzdem: Überall nur noch… Read more →

Der Freytag: Wagner in Wien – Wien, die Lohengrin-Premiere und gaaaanz viel Kaffeehaus

Nächste Woche bin ich in Wien. Gleich zu Beginn geht’s in die Staatsoper zur Lohengrin-Premiere; es Wagnert: »Dank, König, dir, daß du zu richten kamst!« (Lohengrin. Erster Aufzug). Den Lohengrin hätte ich im Corona-Jahr fast in Bayreuth erlebt, die Karten sind bereits mein Eigen gewesen; doch dann fiel er aus: Der Chinesen-Virus aus Wuhan nahm mir den Lohengrin – er… Read more →

lyrik: all in

all in: in aller munde barbar-ossa macht die runde roter bart – wer erinnert sich noch der teufel aus der hoelle kroch die gesamte welt zur ostfront erklaert das kind sich ueber die eltern beschwert der general summt kriegs-gesang kanonenfutter stets vom niedrigen rang kleine sorgen, grosse sorgen noch ist vieles verborgen die hoffnung im letzten augenblick gottes hand gegen… Read more →

lyrik: hinter der oberflaeche

ich moechte rufen: die stimme fehlt. ich moechte denken: ein tohuwabohu im kopf. ich moechte hoeren: nichtigkeiten ueberall. ich moechte schreiben: doch ich beherrsche nichts, die schrift beherrscht mich. der mensch hat seinen weg; aus dem sein des weltlichen treten – koennen; worte haben ihren tiefen sinn; in der oberflaeche steckt die welt. rufe, denke, hoere, schreibe: hinter der oberflaeche.… Read more →

Der Freytag: Der kategorische Imperativ – über Menschenrechte und über das ständige Scheitern

»Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.« (Immanuel Kant). Der Philosoph Kant formulierte mit diesem Prinzip eine Antwort auf die Frage: Was soll ich tun? – Vor jeder Handlung erfolgt die Überlegung, das Hinterfragen der eigenen Handlungsmaxime und die Entscheidung, ob man handelt oder nicht. Handlungsmaxime sind die persönlichen Leitsätze,… Read more →