In der Saale in Rudolstadt

Die Saale in Rudolstadt. Wie lieblich diese zarte Blüte sich gemächlich flussabwärts in Richtung Elbe bewegt, so weich u. warm floss sie mir gestern an, auf u. unter meinen Füßen vorüber; Charlotte, Friedrich u. Johann Wolfgang haben ihrer einst ebenfalls so weich u. lieblich bedacht, wie ich ihr heute gedenke. Das Weiche im Sanften dachte ich gestern und ich war erstaunt darüber, wie wohltuend ein kurzes Kneippbad in ihr tat. Mit Rudolstadt verbindet mich eine tiefe innere Zuneigung, die ich einst lyrisch festhielt.

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Einst, Rudolstadt

Oh wehe, wenn sich in den Höhen die alte Seele mit dem Geiste nun verbunden.
So blicket sie herab auf Erden und der Körper ward geschunden.

Friedlich frei und völlig offen, ist des Geistes Frohnatur.
Geblieben ist der feste Wille – treu gehalten, die alte schmale Spur.

Es blühet auf was einst gesät, so wie der Wille fest im Stande.
So sah ich sie stets nächtens wandelnd, in diesem freien Lande.

So süß sie einst den Geist beflügelt, so treu stehen zu ihr die Mannen fest.
Es ist und bleibt des Himmels Werke, das Böse kriegt jetzt seinen Rest.

Festgemauert und unerschüttert ist der Glaube tief entfacht.
Freudig über die Jahrhunderte geblieben, umringt von tiefer dunkler Nacht.

Stefan N. Schwarz

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