Wo sind wir – wo waren wir – wo werden wir sein?

Gesellschaft – wo willst du hin?
Farbige Bilder, bezirzen die Sinne, was ergibt hier noch wirklich Sinn?
Die politisch-mediale Wunschwelt verschmilzt zu einem Einheitsbrei,
dessen monotone Leichtigkeit den Konsumertränkten auf der Wiese des Begehrens umhertreibt, wie ein Australien Shepherd seine Schafe.
Wo willst du hin?
Die Frage ist – wo sind wir? Was ergibt hier noch wirklich einen Sinn?
Abend für Abend, die geistige Flucht aus der Republik,
die Medien, die für eine Orientierung im Alltag sorgen, um außerhalb des vertrauten Nestes Repressionen zu vermeiden – die Leichtigkeit des seins, sie geht einher mit der Schwere des Gewissens, wie es einst den DDR-Bürgern erging.
Wo sind wir hin?
Eine Bewusstseinsindustrie, getrieben, um die Herrschaftsverhältnisse zu festigen – heliotrop auf der rosa Wolke sitzend, freuend, das es das Partizip Präsens ermöglicht, unter den Rufen von schmutzigen Liedern singend, ins „Gelobte Land“ des „Nichtbesitzers“ einziehen zu „dürfen“. – Alle haben nichts, doch wenige haben alles!
Wo werden wir sein?
Auf der Schaubühne des Lebens, gleich einer Aufführung in der Oper,
gilt diese nicht als die moralische Anstalt per se, nach der es uns verlangt haben könnte – die Moral müssen wir in uns tragen, sonst wird sie nirgendwo existieren;
Wo wir waren, wissen wir vielleicht –
Wo wir sind, ist im Detail sehr verschieden –
Wo wir sein werden – das hängt davon ab, wie sehend und wach wir im Jetzt sein können.
 
S . N . S.
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