Gedanken über: “Wörter sind mehr als Buchstaben.”

“Wörter sind mehr als Buchstaben.”

Ein Zitat von mir. Es folgt ein weiteres Zitat von Svenja Flaßpöhler, der Chefredakteurin des Philosophie Magazins, um meine Gedanken hinter meinem Zitat zu veranschaulichen:

“Skeptisch zu sein und vermeintliche Gewissheiten zu bezweifeln, ist nicht gleichbedeutend mit querdenkerischen Verschwörungstheorien, sondern: der Anfang der Philosophie.”

Inhaltlich ist ihre Aussage sicher richtig, aber das Satzkonstrukt: querdenkerischen Verschwörungstheorien hat es in sich; die Sprengkraft hängt davon ab, wem gegenüber diese Aussage getroffen wird – getroffen trifft den Nagel sehr genau: Manche Sätze sind in der Tat wie Treffer aus der Pistole u. können verletzen oder emotional bewegen. Um weiterhin bildhaft zu bleiben, wenn wir von Sprach-Bildern sprechen, so ist der Rahmen, in dem sich die Wörter aufhalten, ebenso wichtig wie das Medium, das diese Bilder kommuniziert. – Früher rühmten sich manche Großkonzerne, wenn sie nach Querdenkern in ihren Stellenzeigen suchten, aber heute wird keiner mehr in den Personalabteilungen diesen Ausdruck verwenden. – An sich ist das Querdenken eine positive Eigenschaft, spiegelt sich oft in IQ-Tests wieder u. sie zeichnet Menschen aus, die eben in größeren anderen Dimensionen denken können – Dimension hier: ein komplexerer Ausdruck für Rahmen. Einer der bekanntesten Querdenker sollte wohl Albert Einstein gewesen sein. – Nur wer frei von Furcht ist, der mag ihn heute noch so titulieren? Letztlich sind wir alle Konformisten, die die Bilder verwenden, die für uns gemalt u. gezeichnet werden. Um nicht anzuecken – an den Rahmen – zeichnen die wenigsten noch selbst, man verwendet lieber das, was da ist. – U. es gibt sehr viele Rahmen, die Auswahl mag groß erscheinen, ist sie aber in Wirklichkeit nicht. Querdenken ist out, spazieren gehen verpönt, was noch an Bildern – Rahmen – folgt, das ist offen, aber sicher ist, dass noch weitere Gemälde folgen werden, jedoch sind die Farben schon sehr verblasst u. irgendwann sind wir im Grau-in-Grau.

“Wörter sind mehr als Buchstaben”. – Denn sie spiegeln die Farbigkeit der Buchstaben wieder, die unsere Gedanken zusammenmischten.

S.

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