Abstand, Gedanken in Bamberg

Impressionen aus Bamberg. Auf dem Weg zur Uni heute Morgen. Der Tag ist lieblich, die Stimmung nicht greifbar, schwer in Worte zu kleiden, aber die Welt ist anders, vielleicht sogar nachdenklicher. Die Natur erlegt uns etwas auf, was wir vielleicht schon lange mal nötig hatten? Abstand halten – aber wie viel Abstand können wir wirklich haben? Abstand zu den vielen Irrsinnigkeiten der Welt – politisch motivierter Aktivismus, der sich in Gewalt gegenüber anderen Menschen zeigt, kann noch so gute Schlagworte auf den Fahnen stehen haben, es wird mittels Gewalt niemals besser.
Auch, wenn ich neue Wörter dafür erfinde, es verniedliche, eine Event-Szene daraus modelliere, es ist immer falsch, wenn Gewalt im Spiel ist. Wir sind in Oberfranken, ich bin zufrieden in dieser Region leben zu dürfen, freue mich bereits jetzt schon, wenn ich wieder Zeit in Kronach verbringen kann, was bald wieder der Fall sein wird; dort ist es noch ruhiger, abständiger, als hier in Bamberg. Abstand ist mir im Moment sehr lieb geworden; Abstand zur Welt, Abstand zu all dieser sinnfreien Gewallt; sinnlos ist sie vielleicht nicht, aber frei von Sinn – Menschen werden wach u. erkennen all den Irrsinn. Links, rechts, Trennung u. aufeinander losgehen; viele gut gebildet, aber wie verkrüppelt ist doch unsere emotionale Intelligenz? Gewalt für dieses, gegen jenes, es ist Gewalt, es schadet immer irgend jemanden. Die Demonstranten, die Polizeiautos zerstören; schaden allen, die Steuern zahlen, denn die bezahlen diese Art von Zerstörung. Gewalt? Wie intelligent sind wir? Sinnfrei? Sinnlos? Das waren die Gedanken eines denkenden Dichters heute Morgen aufm Rad. Wer die Welt beobachtet, wer verstehen will, der braucht ein grosses, sehr grosses Herz; u. den Blick fürs Gute u. Schöne – beides ist, immer noch, in ausreichender Form in dieser Welt – der Abstand durch Corona macht auch hierfür den Blick frei.

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