1989 – Zeitungsschau

Zeitungsschau: Im Hinblick auf Morgen die Leipziger Volkszeitung

Der Mut u. die Zivilcourage von wenigen waren es stets gewesen, die die Masse in Bewegung versetzte.

„Wenn Unrecht zu Recht wird,
wird Widerstand zur Pflicht!“

Bertold Brecht

– Alles sind nur die Wiederholungen aus früheren Tagen; wirklich Neues gibt’s nicht – nur die äußere Form und die Schlachtrufe – auf beiden Seiten – unterliegen einem Wandel. Es gleicht einer Gleichung; wenn man sie versteht, kann man die Variablen durch konkrete Repräsentanten ersetzen u. man sollte sehen, welches Ergebnis folgt. – Viele Schriftsteller haben die Nazi-Gleichung erkannt, sind dann emigriert, z. B. in die Schweiz. Erich Kästner blieb, schrieb in Deutschland das Blaue Buch – geheimes Kriegstagebuch 1941 bis 1945. Der Verstand der Intellektuellen war diesen faschistischen Systemen stets ein Dorn im Auge; jeder Denker, Freiheitsliebender, jeder Mensch mit Zivilcourage war ein Feind des Systems. Wenn Systeme beginnen einen Teil des Volkes als Feinde zu stigmatisieren, natürlich geschieht dies Schritt für Schritt u. durch eine erschaffene – inszenierte – Legitimation … – Ein Blick auf die Judenverfolgung zeigt die alte Gleichung sehr deutlich.
Die Bücherverbrennungen geschehen heute medial, in der „grosser freien“ Welt des Internets. Firmen, undemokratische Strukturen, bestimmen, wer, was, wie u. ob überhaupt etwas publizieren darf. – Wer das freie Wort einschränkt, der rechnet bereits mit der alten Nazi-Gleichung.

In diesem Sinne: einen schönen 3. Oktober. – Widerstand ist immer unbequem. Diktaturen sind aber noch sehr viel unbequemer. Danke an alle mutigen Menschen von 1989!

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