Kategorie: Text

Ein unbestimmter Kommentar ins Nichts

Die Welt ist nicht mehr an Fakten interessiert. Wir folgen nur noch den Erzählungen. Leugnen, was nicht gewünscht, stigmatisieren und stempeln alles ab, was geächtet, freu‘n uns über Applaus in den Echokammern und folgen bis zum totalen Untergang einer selbstzerstörerischen Ideologie; beglücken die Welt mit Besserwisserei und wundern uns, dass jetzt eine Horrormeldung die nächste jagt. Das Korrektiv, das sich… Read more →

Der Freytag: Gedichte und die gereimte Gegenwart

»Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.« (Irrtümlich Mark Twain zugeschrieben.) Im Jahr 2010 schrieb ich mein erstes Gedicht; in den darauf folgenden vierzehn Jahren habe ich bis heute mehr als 500 Lyriken verfasst: Lange, kurze – einige habe ich veröffentlicht, viele nicht. Mit dem Schreiben geht auch das Lesen einher; beide sind wie durch ein unsichtbares Band… Read more →

Der Freytag: Alles nur Theater im Theater – »die gute alte Zeit« und ein postmoderner Blick auf den Zufall

»Theater, Theater / Der Vorhang geht auf, dann wird die Bühne zur Welt / Theater, Theater / Das ist wie ein Rausch, und nur der Augenblick zählt…« Katja Ebstein sang diese Zeilen aus dem Lied »Theater« am 19. Mai 1980 in der ZDF-Hitparade zum ersten Mal, und wenn ich mich nicht täusche, sah ich diese Sendung damals gemeinsam mit meiner… Read more →

Zeitgeist: Alles Nur Theater? In der Welt mit Friedrich Dürrenmatt

Am kommenden Mittwoch gehe ich wieder ins Theater – ins echte Theater und schau’ mir die Physiker an (von Dürrenmatt – ich schreib’s mal lieber mit dazu). Ich liebe das Theater; ich liebe die Oper. Wenngleich ich doch eine Komödie bevorzuge; das Leben ist allzu oft Drama, Drama, Drama – aber nicht, weil es schlecht inszeniert ist; weil man an… Read more →

Bücherwelten: Über Kafka, über die Zeit und über Inseln

Gesellschaftlich – gegenwartsbezogen – gibt es eine Unmenge an Zeilen, die geschrieben werden könnten; manchmal sogar müssen. Diesen Texten, diesen Zeitzeugenzeilen fehlt oft die Leichtigkeit und Schönheit des Lebens, die es trotz oder gerade weil der aktuellen Situation doch noch gibt. Viele Menschen haben viele Methoden entwickelt, um in Zeiten von Krise und Not in einen sicheren Hafen einlaufen zu… Read more →

Der Freytag: Mit einem Traktor nach Paris

Das Café ist überfüllt; das Schreiben kann ich heute vergessen: zu laut, zu voll und die Stimmung ist zu explosiv. Überall dreht es sich um die derzeitigen Proteste der Bauern. Ich höre in die Menge und vernehme stenografisch das Zeitgeschehen: Die Landwirte haben Paris umzingelt, die Autobahnen sind blockiert; hunderte, wenn nicht sogar tausende Traktoren legen den Verkehr lahm; östlich… Read more →

Der Freytag: Peter im Schnee

Wasser ist der Hauptbaustein des Lebens und Schnee ist mehr als gefrorenes Wasser. Er kleidet die Welt neu ein; er verlangsamt den Lauf der Zeit und er befriedet die Natur. Der Klang des Lebens, die Umgebungsgeräusche werden leiser, gedämpfter, wenn die Erde das Schneekleid trägt. Ich liebe die melancholische Schneestimmung bei Nacht. Die Dunkelheit muss dem Schnee weichen; sie verliert… Read more →

Der Freytag: Die Revolution und das Ende der zweiten Biedermeier-Zeit

»Wenn selbst die Flucht ins Idyll und ins Private nicht mehr gelingt, da das Idyll zerstört und das Private beraubt, bleibt nur noch ein Ausweg, der einzig mögliche Schritt als Ultima Ratio übrig: Revolution!« Der Triggersatz, der mich aus meiner literarisch zeitlosen Gedankenwelt urplötzlich herausreißt. Ich sitze wieder einmal im Café – nicht im Kaffeehaus – die Unterschiede mögen marginal… Read more →

Der Freytag: Ein Waldgang

Der erste Waldgang im neuen Jahr war schön erholsam, aber auch etwas anstrengend. Ich war heute in sehr netter und charmanter Begleitung im Wald spazieren. Das Gespräch war tiefgründig; es sind mir sehr interessante Fragen gestellt worden und ich kam mir wie Peter Handke im 3sat Beitrag: Peter Handke – Begegnung mit Gero von Boehm (2008) vor. – Diesen 42-minütigen… Read more →

Der Freytag: Zwischen den Jahren im Revolutions-Kaffeehaus oder 2024 jährt sich zum 500. Male der Deutsche Bauernkrieg.

»Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr – in manchen Teilen Deutschlands auch die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag – werden bereits seit dem 14. Jahrhundert als: zwischen den Jahren bezeichnet.«, berichtet Michel voller Stolz; er hebt die Brust, er sitzt aufrecht und strahlt. Immer wenn er Wissen preisgegeben kann, benimmt er sich wie ein altkluges Kind in der Schule,… Read more →

Der Freytag: Stille Nacht, eilige Nacht

Schnell noch die letzten Weihnachtsgeschenke kaufen; die Familie will beschenkt werden: Kinder, Ehepartner, Opas, Omas und die eigenen Eltern. Und so wird – alle Jahre wieder – die stille Nacht schnell zur schweißgebadeten stressigen Nacht. Aber es gibt ja – Gott sei Dank – die großen Onlineshops und die vielen Lieferdienste. Stille Nacht, eilige Nacht – Paketboten am Limit; geteilter… Read more →

Wort des Tages: sozialer Untertan

Das Wort des Tages mit einem Attribut im Kontext von Ludwig Erhard: sozialer Untertan. Wir alle kennen das Werk: Der Untertan von Heinrich Mann. Ludwig Erhard, ehemaliger Bundeskanzler – zu einer Zeit, als der Name und die Stellung Bundeskanzler noch eine Bedeutung und einen Stellenwert in der Welt hatte – warnte vor dieser Art von Geschöpf: sozialer Untertan. Auf der… Read more →

Der Freytag: Im Narren-Zug volle Fahrt voraus

Er schreibt gegen einen unsichtbaren Geist an; so müssen sich viele in der Geschichte gefühlt haben: Brecht, Mann, Kästner, Huchel… Und trotzdem ist er selbst Teil des Ganzen; Fahrgast im TEE-Zug der »feinen« Gesellschaft – und das Drama nimmt seinen weiteren Verlauf; den Schicksalsweg folgend wie auf Schienen, und unausweichlich schlittert der Zug der Endstation entgegen: Sackbahnhof voraus – oder… Read more →

Der Freytag: Das Grundrauschen wird lauter

»Wohin man blickt: ein einzig Tohuwabohu!« Michel kommt verspätet ins Kaffeehaus. Er war mit dem Zug unterwegs; quer durch Deutschland ist er gefahren. Kaum hingesetzt schimpft er drauflos. »Alles wird teurer; aber es scheint niemanden zu interessieren. Merken die alle überhaupt nicht, was hier los ist? Die Menschen sind wie Roboter; die Jugend starrt nur noch auf ihre Smartphones und… Read more →

Der Freytag: Heimat

Heimat riecht; Heimat schmeckt; Heimat inspiriert; Heimat spendet Kraft; Heimat heißt: verstanden werden. Sie spricht durch: Architektur, Natur und Mensch; Heimat klingt. Vergangenes Wochenende habe ich das 15-Uhr-Läuten meiner Heimatdorfkirche St. Sebastian in Oberfranken aufgenommen. Ich war jahrelang Ministrant in dieser Pfarrgemeinde und damals war die Welt noch in Ordnung. Die Kirche klingt noch genauso, wie sie damals klang; als… Read more →