Schlagwort: Der Freytag

Der Freytag: Ein Waldgang

Der erste Waldgang im neuen Jahr war schön erholsam, aber auch etwas anstrengend. Ich war heute in sehr netter und charmanter Begleitung im Wald spazieren. Das Gespräch war tiefgründig; es sind mir sehr interessante Fragen gestellt worden und ich kam mir wie Peter Handke im 3sat Beitrag: Peter Handke – Begegnung mit Gero von Boehm (2008) vor. – Diesen 42-minütigen… Read more →

Der Freytag: Zwischen den Jahren im Revolutions-Kaffeehaus oder 2024 jährt sich zum 500. Male der Deutsche Bauernkrieg.

»Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr – in manchen Teilen Deutschlands auch die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag – werden bereits seit dem 14. Jahrhundert als: zwischen den Jahren bezeichnet.«, berichtet Michel voller Stolz; er hebt die Brust, er sitzt aufrecht und strahlt. Immer wenn er Wissen preisgegeben kann, benimmt er sich wie ein altkluges Kind in der Schule,… Read more →

Der Freytag: Stille Nacht, eilige Nacht

Schnell noch die letzten Weihnachtsgeschenke kaufen; die Familie will beschenkt werden: Kinder, Ehepartner, Opas, Omas und die eigenen Eltern. Und so wird – alle Jahre wieder – die stille Nacht schnell zur schweißgebadeten stressigen Nacht. Aber es gibt ja – Gott sei Dank – die großen Onlineshops und die vielen Lieferdienste. Stille Nacht, eilige Nacht – Paketboten am Limit; geteilter… Read more →

Der Freytag: Im Narren-Zug volle Fahrt voraus

Er schreibt gegen einen unsichtbaren Geist an; so müssen sich viele in der Geschichte gefühlt haben: Brecht, Mann, Kästner, Huchel… Und trotzdem ist er selbst Teil des Ganzen; Fahrgast im TEE-Zug der »feinen« Gesellschaft – und das Drama nimmt seinen weiteren Verlauf; den Schicksalsweg folgend wie auf Schienen, und unausweichlich schlittert der Zug der Endstation entgegen: Sackbahnhof voraus – oder… Read more →

Der Freytag: Das Grundrauschen wird lauter

»Wohin man blickt: ein einzig Tohuwabohu!« Michel kommt verspätet ins Kaffeehaus. Er war mit dem Zug unterwegs; quer durch Deutschland ist er gefahren. Kaum hingesetzt schimpft er drauflos. »Alles wird teurer; aber es scheint niemanden zu interessieren. Merken die alle überhaupt nicht, was hier los ist? Die Menschen sind wie Roboter; die Jugend starrt nur noch auf ihre Smartphones und… Read more →

Der Freytag: Heimat

Heimat riecht; Heimat schmeckt; Heimat inspiriert; Heimat spendet Kraft; Heimat heißt: verstanden werden. Sie spricht durch: Architektur, Natur und Mensch; Heimat klingt. Vergangenes Wochenende habe ich das 15-Uhr-Läuten meiner Heimatdorfkirche St. Sebastian in Oberfranken aufgenommen. Ich war jahrelang Ministrant in dieser Pfarrgemeinde und damals war die Welt noch in Ordnung. Die Kirche klingt noch genauso, wie sie damals klang; als… Read more →

Der Freytag: Ein Plädoyer für das Semikolon

Ein Hoch auf das Semikolon; ich liebe es; es trennt schärfer als ein Komma, aber schwächer als der Punkt; es gleicht dem Zeitgeist – es ist unverbindlicher, unkonkreter. Es lässt den Leser innehalten; aber trennt ihn nicht so abrupt vom Text ab wie der Punkt. Es lockert typografisch auf; es verfeinert stilistisch. Die Duden-Definition für das Semikolon lautet: »Das Semikolon,… Read more →

Der Freytag: Über Buchstabensuppe und über Bücher

Mit Büchern ist es wie mit Menschen; den meisten begegnet man nie; viele streifen unsere Wege, aber wir beachten sie nicht oder sie fallen kaum auf; nur wenige wecken unsere Aufmerksamkeit und wir verbringen Zeit mit ihnen; mitunter sind es nur Minuten, manchmal sind es Stunden beziehungsweise Tage und in wenigen und seltenen Fällen sind es Wochen, Monate oder Jahre… Read more →

Der Freytag: Immer wenn es regnet

Ich sitze im Café; es regnet; das nasse Indian-Summer-Laub bedeckt den Gehweg und der Geruch der feuchten Herbstblätter dringt bis zu mir an meinem Tisch; er vermischt sich zu einem herbstlichen Kaffee-Tee-Frühstücksdunst und verblasst zwischen zahlreichen Damen- und Herrendüften im Raum. Die Menschen sprechen viel, sagen aber wenig; ich höre ein wildes Durcheinander – Gleichklang, Randnotizen gehen verstummend unter –… Read more →

Der Freytag: Der Gang vor die Hunde

Ein prophetisches Werk von Erich Kästner; vollendet im Jahre 1931; Zeilen zu einer irrsinnigen Zeit verfasst; kaum zwei Jahre später nahm der Irrsinn und der Wahn Gestalt an. Dr. Kästner habe ich total unterschätzt. »Emil und die Detektive« kennen die meisten. Aber »Der Gang vor die Hunde« – die Urfassung des Romans »Fabian« – kennen sehr viel weniger. Ich habe… Read more →

Der Freytag: Im Westen nichts Neues – (wie) nah ist der Osten?

Im Westen nichts Neues. Ein Roman aus dem Jahre 1929 von Erich Maria Remarque. 1933 ist das Buch von den Nazis verboten worden; wegen seiner »verräterischen« und nicht heroischen Darstellung des Krieges – auch dieses Werk landete auf den unzähligen Scheiterhaufen zwischen März bis Oktober 1933 in Deutschland, die an zahlreichen Orten entzündet wurden. Viele Autoren sind damals als verfemt… Read more →

Der Freytag: Ein Leben an der Mauer – Gedanken zum Tag der Deutschen Einheit

Prolog »Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!« Ein politisches Versprechen. Plötzlich stand sie da. Ganz schnell wurde aus dieser Unwahrheit von Parteichef Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 ein in Beton gegossenes Faktum. Bereits zwei Monate nach Ulbrichts Aussage war Baubeginn. Ganze 28 Jahre stand die Mauer inmitten von Deutschland: Baubeginn 13. August 1961, Mauerfall 9. November 1989.… Read more →

Der Freytag: Sei ein Teil vom größten Kaffeekränzchen der Welt – der Kaffeehausschreiber und der Rest der Welt

Seit ein paar Monaten veröffentliche ich meine Freitags-Kolumne auch auf der Plattform: Ganjingworld.com und ich bin ein grosser Fan von Gan Jing World geworden. Ich finde es klasse, dass ich dort die Funktionalitäten von YouTube, eines Blogs, Instagram, Facebook und Twitter – ähm X – zusammengefasst auf einer einzigen Plattform nutzen kann; gleichzeitig steht der Datenschutz bei Gan Jing World… Read more →

Der Freytag: Abreise am Bahnhof in Gotha – eine Freytags-Lyrik

Im Bahnhof des Lebens; ein gewöhnlicher Donnerstag, die Sonne brennt. – Mit letzter Kraft im Spätsommer herab auf das Erdenvolk. Menschen blicken kraftlos in die Leere des Sommers; Freuden sind, wo sie einst gewesen. – Vernebelt alles, der Himmel ist blau, klar, wolkenlos. Tausend Sorgen vor dem Herbst. Nur der Wind zeichnet ganz unscheinbar sein Dasein weich in die Baumkronen.… Read more →