Schlagwort: DerFreytag

Der Freytag: Das Nischendasein der Worte

»Die trigonometrische Interpunktion.«, »Meine eigene Kopernikanische Wende.«, »Die Stelzenläufer durch den eigenen Schlamm.«, »Die Messer, die die Welt durchschneiden.«, »Das dichterische Sprechen entspricht dem Wandeln auf Treibsand«., »Der Trost der Worte unter dem Herzschlag gehärtet.« Fragmente, Wortmosaike, die ich aus den letzten Poetikvorlesungen an der Uni mitnahm. In diesem Sommersemester besuche ich die Vorlesungen des Lehrstuhls für Neue deutsche Literaturwissenschaften… Read more →

Der Freytag: Wagner in Wien – Wien, die Lohengrin-Premiere und gaaaanz viel Kaffeehaus

Nächste Woche bin ich in Wien. Gleich zu Beginn geht’s in die Staatsoper zur Lohengrin-Premiere; es Wagnert: »Dank, König, dir, daß du zu richten kamst!« (Lohengrin. Erster Aufzug). Den Lohengrin hätte ich im Corona-Jahr fast in Bayreuth erlebt, die Karten sind bereits mein Eigen gewesen; doch dann fiel er aus: Der Chinesen-Virus aus Wuhan nahm mir den Lohengrin – er… Read more →

Der Freytag: Am 11. April 1945 befreiten US-amerikanische Truppen das Konzentrationslager Buchenwald #niewieder

Niewieder: So einfach wie sich dieses Wort aus orthografischer Sicht list, so schwer schleppt es sich mit seiner Bürde durchs Leben. Mit der deutschen Brille ins Geschichtsbuch geblickt, drückt die Last der Vergangenheit immer noch schwer auf den Schultern. Niewieder ist das Bekennen, das Besinnen zurück zur Mitmenschlichkeit; Menschenrechte sind essentiell; die Würde des Menschen ist unantastbar – aber leider… Read more →

Der Freytag: Die heraufziehende dunkle Nacht der Menschlichkeit und Gedanken über Reiner Kunze

Was macht die Biene auf dem Meer? Rainer Kunze: 1933 im Erzgebirge geboren, erlebte vier sehr unterschiedliche politische Variationen von Deutschland hautnah mit: den Nationalsozialismus, die DDR, die BRD – in die er noch zu Lebzeiten der DDR 1977 übersiedelte – und aktuell das wiedervereinigte Deutschland. 1977 erschien auch der Lyrikband: Zimmerlautstärke, den ich schätze und zum Lesen in hohem… Read more →

Der Freytag: The Stand – Das letzte Gefecht: Was wurde aus dem Pluralismus und ist am Ende jeder ein Rechtspopulist, wenn er nicht mehr ins Bild passt?

Ist am Ende jeder ein Rechtspopulist, wenn er nicht mehr ins Bild passt? Nur wer zeichnet zurzeit die Bilder? Und mit welchen Farben wird gemalt? Mehr und mehr Kampfbegriffe finden Verwendung im alltäglichen Miteinader. Einige Begriffe werden inflationär verwendet und verlieren somit ihre Wirkung; vieles kocht auf und über im gesellschaftlichen Gerangel: Aus dem Miteinander wird immer mehr ein Gegeneinander.… Read more →

Der Freytag: The Day After – im Kaffeehaus brennt (noch) Licht – der Taurus wurde (noch) abgewehrt

Die Welt steht still; mein Kopf schweigt; plötzlich das große Aufatmen: Im Parlament ist der »Taurus-Antrag« gescheitert – im Bundestag hat sich erneut eine Mehrheit gegen »Taurus«-Lieferungen an die Ukraine ausgesprochen und bei dieser aktuellen Meldung der Tagesschau mag man als normaldenkender und -fühlender Mensch noch hinzugefügt: Gott sei Dank! »Eine deutliche Mehrheit der Abgeordneten sprach sich aber gegen diese… Read more →

Der Freytag: Auf dem Weg – ein Film und viel mehr – Filmtipp.

Es gibt sie noch; die Momente, die Augenblicke mit Mehrwert. Ich sah vor kurzem den Film: Auf dem Weg mit dem Hauptdarsteller Jean Dujardin (Oscarpreisträger: The Artist, Intrige). Regie führte Denis Imbert. Worum geht es? »Nach einer wilden Partynacht stürzt der Schriftsteller und Abenteurer Pierre (Jean Dujardin) betrunken von einem Balkon und verletzt sich dabei schwer. Kaum aus dem Koma… Read more →

Der Freytag: In der Frittatensuppe brennt noch Licht – Begegnungen mit Thomas Bernhard und Lohengrin in Wien.

»Es ist etwas faul im Staate Dänemark«. (William Shakespeares, Hamlet). Es Shakespeared im Land; hoffentlich endet es nicht wie bei Hamlet mit Wahnsinn und Tod. Ich sitze wieder im Kaffeehaus und denke nach. Die Welt gleicht im Moment einem Kaleidoskop. Wobei, Moment; das Wort Kaleidos stammt aus dem altgriechischen kalòs und eidos ab und bedeutet: schöne Bilder. Bin mir soeben… Read more →

Der Freytag: Gedichte und die gereimte Gegenwart

»Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.« (Irrtümlich Mark Twain zugeschrieben.) Im Jahr 2010 schrieb ich mein erstes Gedicht; in den darauf folgenden vierzehn Jahren habe ich bis heute mehr als 500 Lyriken verfasst: Lange, kurze – einige habe ich veröffentlicht, viele nicht. Mit dem Schreiben geht auch das Lesen einher; beide sind wie durch ein unsichtbares Band… Read more →

Der Freytag: Alles nur Theater im Theater – »die gute alte Zeit« und ein postmoderner Blick auf den Zufall

»Theater, Theater / Der Vorhang geht auf, dann wird die Bühne zur Welt / Theater, Theater / Das ist wie ein Rausch, und nur der Augenblick zählt…« Katja Ebstein sang diese Zeilen aus dem Lied »Theater« am 19. Mai 1980 in der ZDF-Hitparade zum ersten Mal, und wenn ich mich nicht täusche, sah ich diese Sendung damals gemeinsam mit meiner… Read more →

Der Freytag: Mit einem Traktor nach Paris

Das Café ist überfüllt; das Schreiben kann ich heute vergessen: zu laut, zu voll und die Stimmung ist zu explosiv. Überall dreht es sich um die derzeitigen Proteste der Bauern. Ich höre in die Menge und vernehme stenografisch das Zeitgeschehen: Die Landwirte haben Paris umzingelt, die Autobahnen sind blockiert; hunderte, wenn nicht sogar tausende Traktoren legen den Verkehr lahm; östlich… Read more →

Der Freytag: Peter im Schnee

Wasser ist der Hauptbaustein des Lebens und Schnee ist mehr als gefrorenes Wasser. Er kleidet die Welt neu ein; er verlangsamt den Lauf der Zeit und er befriedet die Natur. Der Klang des Lebens, die Umgebungsgeräusche werden leiser, gedämpfter, wenn die Erde das Schneekleid trägt. Ich liebe die melancholische Schneestimmung bei Nacht. Die Dunkelheit muss dem Schnee weichen; sie verliert… Read more →

Der Freytag: Die Revolution und das Ende der zweiten Biedermeier-Zeit

»Wenn selbst die Flucht ins Idyll und ins Private nicht mehr gelingt, da das Idyll zerstört und das Private beraubt, bleibt nur noch ein Ausweg, der einzig mögliche Schritt als Ultima Ratio übrig: Revolution!« Der Triggersatz, der mich aus meiner literarisch zeitlosen Gedankenwelt urplötzlich herausreißt. Ich sitze wieder einmal im Café – nicht im Kaffeehaus – die Unterschiede mögen marginal… Read more →

Der Freytag: Ein Waldgang

Der erste Waldgang im neuen Jahr war schön erholsam, aber auch etwas anstrengend. Ich war heute in sehr netter und charmanter Begleitung im Wald spazieren. Das Gespräch war tiefgründig; es sind mir sehr interessante Fragen gestellt worden und ich kam mir wie Peter Handke im 3sat Beitrag: Peter Handke – Begegnung mit Gero von Boehm (2008) vor. – Diesen 42-minütigen… Read more →

Der Freytag: Zwischen den Jahren im Revolutions-Kaffeehaus oder 2024 jährt sich zum 500. Male der Deutsche Bauernkrieg.

»Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr – in manchen Teilen Deutschlands auch die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag – werden bereits seit dem 14. Jahrhundert als: zwischen den Jahren bezeichnet.«, berichtet Michel voller Stolz; er hebt die Brust, er sitzt aufrecht und strahlt. Immer wenn er Wissen preisgegeben kann, benimmt er sich wie ein altkluges Kind in der Schule,… Read more →