Schlagwort: Stefan Noir

Lyrik: Leipzig – Kühle Straßen, ferne Zeit

Wie kühl die Straße wirkt, Eis auf Platten, Schritte knistern, Flocken fallen, Licht zerbricht. Fußweg voller vereister Platten, die Laternen malen Schatten. Bunter Glimmer, Neonträume, benebeln Sinne, ziehen Schleime. Straßenbahnen gleiten leise, Gleisbett der Zeit, endlose Reise. Bunte Zeitzeugen, konfuse Welt, alles schwebt, nichts was hält. Leipzig singt in Moll und Dur, fern von gestern, keine Spur. Wie weit weg… Read more →

Der Freytag: Lyrik und Visionen: Sprachformen und Gedanken über Vollständigkeit

Vom 13. bis 19. Januar 2025 gastiert die internationale Kunstausstellung: «Die Kunst von Zhen Shan Ren» in der Karlshalle in Ansbach (Details siehe Foto). Ich möchte euch alle ermutigen, diese Ausstellung zu besuchen. Im vergangenen Jahr waren die Gemälde in Coburg zu sehen, und ich hatte die Ehre, die Eröffnungsrede zu halten. Meine damaligen Gedanken und Worte möchte ich heute… Read more →

Der Freytag: Tag der Menschenrechte in Den Haag und Nikolaustag – Geben und Nehmen

Gestern habe ich wieder meine Stiefel vor die Tür gestellt, und heute Morgen, am Nikolaustag, fand ich sie gefüllt mit allerlei Süßigkeiten und Orangen vor. Seit Jahren ist das eine schöne Tradition, und obwohl meine Kindheit längst hinter mir liegt, freue ich mich dennoch wie ein Kind über diese kleinen Überraschungen. Die meisten Frauen wissen, dass ihre Ehemänner manchmal immer… Read more →

Wie aus dem Nichts: Südkorea verhängt Kriegsrecht und löst Parlament auf

Die nächste Kolumne #DerFreytag sollte eigentlich Edward Snowden als Thema behandeln. Doch jetzt scheint es gut möglich, dass die aktuellen Ereignisse in Asien den Snowden-Plan durchkreuzen und ich stattdessen über die Lage dort schreiben muss. Was ist nur los auf unserem Planeten? Selbst ein kurzweiliges Kolumnen-Thema ist kaum mehr planbar – der Weltentakt hat enorm zugelegt. Liegt das alles an… Read more →

Buch des Tages: Thomas Mann – Die Erzählungen

Buch des Tages, eigentlich «Mann» lebenslang. Aktuell lese ich zwar unter anderem «Den Zauberberg», doch für zwischendurch sind die Erzählungen von Thomas Mann immer eine gute Wahl. «Der kleine Herr Friedemann» ist sicherlich vielen bekannt – falls nicht, unbedingt lesen! Diese Erzählung gehört ebenso zu diesem Band wie «Tristan», in dem der Wagnerianer Mann unverkennbar mitschwingt. Auch «Vision» ist vertreten,… Read more →

Der Freytag: Ein Zauber liegt in der Luft – es weihnachtet, und vor 100 Jahren erschien «Der Zauberberg»

Ich lese zurzeit «Der Zauberberg». Ob mich dieser Zauber tatsächlich verzaubert hat? Vor genau 100 Jahren erschien dieser Mammutroman von Thomas Mann, und das wird nun in vielen Feuilletons gefeiert. Während ich in diese zeitlose Geschichte eintauche, hat mich gleichzeitig eine – fast magisch wirkende – Weihnachtsstimmung erfasst, die ich mit Hingabe zelebriere: Ich trinke duftenden Weihnachtstee, nasche bereits von… Read more →

Lebensüberdruss?

Überall lese ich nur noch von einer Richtung, in die es gehen soll: Krieg. Nicht, dass wir ihn nicht schon hätten, denn es scheint, als tobte längst ein Kampf auf einer höheren Ebene. Vielleicht wird dieser Kampf zwischen Gut und Böse jetzt sichtbarer, fühlbarer, realer in der Welt um uns herum. Die Waffenlieferungen werden immer drastischer: Storm Shadow, hoffentlich nicht… Read more →

Buch des Tages: Meine deutsche Literatur seit 1945 von Marcel Reich-Ranicki

Ich sitze am Schreibtisch und denke nach. Marcel Reich-Ranicki prägte meine Abiturzeit, meine Jugend, und wenn ich heute auf die Vergangenheit blicke, muss ich wohl feststellen: Er prägte auch mein Leben. Mit seiner Sendung, Das Literarische Quartett, die mir immer noch oft in den Sinn kommt, legte er den Grundstein für meine damals noch unter der Oberfläche schlummernde literarische Entwicklung.… Read more →

Der Freytag: «Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!»

Jeder kennt diesen Satz. Doch keiner aus meiner Generation weiß, was Krieg tatsächlich bedeutet. Wir haben – oder sollte ich besser sagen, hatten? – das große Glück, Krieg nur anhand der Erzählungen unserer Großeltern gedanklich nachzuvollziehen und uns das Bild davon in unseren Köpfen auszumalen. Auch wenn mir damals während meines Grundwehrdienstes bei der Bundeswehr das Schießen auf Zielscheiben einigermaßen… Read more →

Buch des Tages: Der Zauberberg (Roman) von Thomas Mann

Ich lese ihn wieder, Thomas Mann – wer weiß schon, wie viel Zeit noch bleibt. Die Gegenwart ist ungehobelt, fast unerträglich; sprachlich durchtränkt von Narrativen, die nur die Frage aufwerfen, ob alle medialen Echokammern wohl den Verstand verloren haben. Die Gegenwart, so unerträglich sie sprachlich ist, macht den Griff zum Zauberberg vielleicht zu einer Flucht – in eine Zeit, die… Read more →

ES WIRD GEZÜNDELT – auf Teufel komm raus – geht Satan bald um?

ATACMS – war gestern! Storm Shadow – war heute! Was kommt Morgen – SS-X-30 Satan 2 ? S. PS: Irre Zeiten – irre Supermächte – alles verrückt von der Normalität. Irre um uns herum. PSS: Ukraine feuert britische Raketen auf Russland ab 20.11.2024 – siehe: https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-11-20/ukraine-fires-uk-storm-shadow-missiles-at-russia-for-first-time?srnd=homepage-europe PSSS: SS-X-30 Satan 2 https://de.wikipedia.org/wiki/RS-28_(Rakete) Read more →

Eigentlich…

Eigentlich: In der DDR konnte jemand, der über Politiker Witze machte oder das politische System anderweitig kritisierte, nach § 220 StGB-DDR («Staatsfeindliche Hetze») verurteilt werden. Dieser Paragraph war ein Instrument repressiver Maßnahmen gegen die Meinungsfreiheit und wurde häufig genutzt, um Menschen zu kriminalisieren, die das Regime oder seine Vertreter verspotteten oder infrage stellten. Eigentlich gäbe es dazu viel zu sagen.… Read more →

Der Freytag: Remember, remember, the 5th of November

«Remember, remember, the 5th of November.» Wird die Welt bald stillstehen? Oder erleben wir, was die ZEIT auf der Titelseite fragt: «Aufwachen in einer neuen Welt?» Der Reim «Remember, remember, the 5th of November» gehört im angloamerikanischen Raum zum kulturellen Gedächtnis und erinnert an den 5. November 1605 – Guy Fawkes Day. Damals vereitelten die Behörden das sogenannte Gunpowder Plot.… Read more →

lyrik: venedig

wo sind sie? die schönen zeilen – zum innehalten & verweilen. beeilen? will ich mich heut‘ nicht. der nachtschal steht mir besser im gesicht; der nebel in seinem grau-in-grau: ich – jedermann – denkend ins leben schau – hoffentlich nicht ganz dumm – sondern schlau. venedig; der ewige sehnsuchtsort und das endgültige ende in der opernwelt: 1883. s. #stefannoir #dichterunddenker Read more →